Lokalerer Einzelhandel und Online Einkauf

BIZ-Fraktionsmitglied Edgar Kühlenthal sieht auch die Kommunalpolitik in der Verantwortung 021-10.2013“

Lokalerer Einzelhandel und Online Einkauf

BIZ-Fraktionsmitglied Edgar Kühlenthal sieht auch die Kommunalpolitik in der Verantwortung

In den Medien, bei Facebook und über Twitter wird aktuell über die derzeitige Situation des stationären Einzelhandels und die Ursachen dieser Entwicklung diskutiert. BIZ-Fraktionsmtiglied Edgar Kühlenthal war über viele Jahre selbständiger Einzelhändler an verschiedenen Standorten in der Koblenzer Innenstadt und zudem an verantwortlicher Stelle

ehrenamtlich in zahlreichen Organisationen (u. A. IHK, Einzelhandelsverband) mit Einzelhandelsthemen beschäftigt. Wegen des engen Zusammenhangs zwischen der Entwicklung des lokalen stationären Einzelhandels und der Entwicklung der Innenstadt sieht er auch die Kommunalpolitik in der Verantwortung. Dazu führt er aus:

 „Besondere Bedeutung in diesem Zusammenhang hat insgesamt auch die Kommunalpolitik. Natürlich haben dabei Kommunen mit ausgeglichenen Finanzen viel größere Gestaltungsmöglichkeiten als unsere hoch verschuldete Stadt Koblenz. Beim  derzeit intensiven Wettbewerb der Vertriebsformen (Versandhandel gegen stationären Handel) gibt es innerhalb des Bereichs des stationären Einzelhandels den ganz entscheidenden Wettbewerb auch der Städte untereinander. Städte mit einer gesunden und ausgewogenen Einzelhandelsstruktur liegen dabei in der Gunst der Verbraucher eindeutig vorne. Koblenz verdankt seinen Ruf und seine Ausstrahlung als attraktive Einkaufsstadt in der Region ganz besonders der Vielfalt seines Einzelhandels. Dazu gehören zahlreiche inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe mit hohem Bekanntheitsgrad und langer Tradition ebenso wie überregionale Filialketten und Großbetriebe. Allerdings ist mit der Ansiedlung eines zweiten großen innerstädtischen Einkaufscenters die zentrale lokale Einzelhandelsverkaufsfläche in der Innenstadt von Koblenz zu rund 50% mit der Vertriebsform “ECE Einkaufscenter“ besetzt. Der Anteil überregionaler teilweise globaler Filialisten nähert sich insgesamt  in der Innenstadt von Koblenz dem Wert von 80%. Im Vergleich dazu kommen andere attraktive Innenstädte ähnlicher  Größenordnung auf einen Wert von rund 40%.   Mit dieser in Koblenz betriebenen Ansiedlungspolitik, die auf Großkonzerne fixiert ist, geht die Verödung von Stadtbereichen und Straßenzügen einher. Innerstädtische Verkehrswege werden zu reinen Zubringern für Einkaufszentren abgewertet. Es besteht die große Gefahr, dass Koblenz seine Vielfalt und Originalität verliert.  Die BIZ hat immer diese Zusammenhänge und die daraus resultierende Entwicklung gesehen und öffentlich gemacht. Konsequent hat sie gegen die Entscheidungen dieser Ansiedlungspolitik gestimmt. Es ist Aufgabe der Kommunalpolitik für die Erhaltung und den Ausbau eines von Vielfalt geprägten Einzelhandelsstandorts zu sorgen, damit die Stadt gegenüber konkurrierenden Einkaufsstandorten mit austauschbarem Geschäftsbesatz eine Koblenz-typische Anziehungskraft bewahrt und ausbaut. Dafür wird sich die BIZ weiterhin einsetzen.“

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