Leserbrief RZ Prostitution in Koblenz

Nachdem der Wohnmobilstrich in Koblenz 2014 verboten wurde, entsteht jetzt in der Schönbornlusterstraße ein „Lovemobilepark“

„Frauen werden degradiert“

Als vor eineinhalb Jahren, der Stadtrat über den Erlass des Sperrbezirkes zur Eindämmung der Straßenprostitution zu beschließen hatte, wurde vorher diskutiert und in der Presse mehrfach darüber berichtet. Jetzt wurde die Öffentlichkeit überrascht vom Artikel in der RZ, der eine Werbung für das Vorhaben dreier nicht genannter Investoren ist, die bis zu 20 Lustmobile“ aufstellen wollen und die Stadtverwaltung irgendwie überzeugen konnten. „Lustmobil“ ist wohl ironisch gemeint, denn Prostitution ist ein Geschäft, das immer härter wird und die Frauen zur Handelsware degradiert, an der andere verdienen.

So lange es Flatrates in Bordellen gibt, ist der romantische Blick auf die Prostitution unangebracht. Der Mythos vom ältesten Gewerbe der Welt ist frei erfunden, auch wenn er noch so oft wiederholt wird. Wer will beurteilen, wie freiwillig der Einstig in die Prostitution ist? Ist das Fehlen anderer Möglichkeiten, Geld zu verdienen, eine freiwillige Entscheidung für die Prostitution? Und noch eine Frage, die immer wieder auftaucht: Wer geht da eigentlich hin? Aussteigerinnen, die nur wenige Jahre in der Prostitution waren, berichten über traumatische Erfahrungen, die sie nicht loslassen. Deutschland wird inzwischen aufgrund unserer liberalen Gesetzgebung als „Bordell Europas“ bezeichnet. Wollen wir wirklich dies Rolle übernehmen? Welche Auswirkungen hat dies auf unsere Gesellschaft?

Gabriele Hofmann, Koblenz

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.