Flathan schaut in Zukunft der Stadt

RZ hat „medialen Berater“ und Kartenleger befragt, welche Themen 2010 die Zeitungsseiten füllen werden.
 
Wie das Jahr 2010 für deutsche Spitzenpolitiker wird, hat Seherin Lilo von Kiesenwetter unserer Zeitung bereits am 31. Dezember 2009 vorausgesagt. Zum Beginn des neuen Jahres wollte die Koblenzer Lokalredaktion nun wissen: Was erwartet die Menschen an Rhein und Mosel in den kommenden zwölf Monaten? Der Koblenzer Kartenleger Flathan hat für die RZ dazu in die Zukunft geblickt.

KOBLENZ. Blitzschnell sind die 36 Karten des MadameLenormandDecks durchgemischt und liegen auf dem Tisch. „Madame Lenormand“, so klärt Flathan auf, war die größte Wahrsagerin aller Zeiten. Napoleons Gemahlin habe Lenormand einst Thron und Fall ihres Gatten vorausgesagt. Flathan, der mit bürgerlichem Namen Rene Huerther heißt, ist der guten Dame da noch eine Spur voraus. „Die Karten brauche ich nur noch als Brücke, um die Zukunft auch für meine Kunden bildlich zu machen.“ Er selbst, so erzählt der 27Jährige, sieht die Zukunft dagegen wie einen Videofilm vor seinem inneren Auge ablaufen. Ein Videofilm, der für Koblenz einen wahren Actionstreifen für 2010 verheißt, sogar Sex und Crime sind im HellseherAngebot.

Los geht“s direkt im Februar mit einem großen Hochwasser. „Vallendar wird es besonders schlimm treffen. Das Wasser wird so schnell ansteigen, dass die Leute ihr Hab und Gut nicht mehr in Sicherheit bringen können“, sagt Flathan voraus. Und auch das Deutsche Eck holt sich nasse Füße. Flathan: „Ich sehe es ganz deutlich: Das steht alles unter Wasser.“ Nicht gut schaut es 2010 auch für die Koblenzer Brücken aus bekanntlich sind einige davon ziemlich marode. Flathan schließt die Augen, sphärische, friedliche Klänge aus dem CDPlayer trügen, denn das Medium ist sich sicher: „Eine Brücke wird zum Teil einstürzen. Ich sehe Steine ins Wasser fallen und ein Auto.“

Und damit reißen die Unglücke noch nicht ab, die die Stadt an Rhein und Mosel erschüttern sollen. Die Karten werden zwar jetzt neu gemischt die Zukunft bleibt weiter düster, was ein erschrockener Blick des Koblenzer Mediums auf das aufgelegte Deck zeigt. „Ich sehe eine Gasexplosion in der Südlichen Vorstadt. Ein Beziehungsdrama“, sagt Flathan mit bebender Stimme.

Dann wandert der Blick des Mediums nach links. Die Karte des „Herrschers“ liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtkarte und die der Schlange. Ein böses Omen für den Koblenzer Stadtrat: „Der neue Oberbürgermeister wird hier einige Korruptionsfälle aufdecken, und der ein oder andere Stadtrat wird dann seinen Hut nehmen müssen“, prophezeit Flathan auch der politischen Bühne explosive Zeiten.
Hoch explosiv wurde im Stadtrat bereits 2009 die Diskussion um die Zukunft des Zentralplatzes geführt. Dass es dort ganz anders weitergehen wird, als es das Stadtparlament beschlossen hat, auch das sieht Flathan beim Blick auf seine Karten.  

Mitten in Koblenz wird ein Etablissement entstehen, das nur für Erwachsene zugänglich sein wird. „Es wird eine Vergnügungsmeile. Ein Kasino, oder auch etwas anderes …“, lässt Flathan das Ende hier offen. Dann wandert Flathans Blick auf die mittlere Kartenreihe. Symbole für Gedenken und Tod liegen in unmittelbarer Nachbarschaft einer Hure. Für Koblenz kann das nur eins bedeuten, nämlich ein Hinweis auf die 2008 verblichene und wohl prominenteste Prostituierte an Rhein und Mosel: „Die Stadt wird ein Denkmal für das Brigittsche errichten.“

Dann drückt Flathan den Knopf seines intern eingebauten Videoplayers offenbar auf schnelles Vorspulen, denn die weiteren Vorhersagen sprudeln quasi im Sekundentakt: Die TuS Koblenz steigt auf, muss aber weiter in einem alten Stadion spielen, ein großes Koblenzer Unternehmen verlagert seinen Firmensitz ins Ausland, und 120 Menschen verlieren ihre Arbeit, und in der Innenstadt werden drei Fliegerbomben entdeckt, die eine Großevakuierung nötig machen. Pause. Flathan muss neu mischen legt die Karten aber dann noch einmal auf den Tisch. Sommer ist es jetzt. Für die Gastronomen aber schon Weihnachtsbescherung: „Die Sperrzeiten für die Außengastronomie werden für die Sommermonate aufgehoben„, orakelt Flathan. Zu früh freuen sollten sich die Wirtsleute aber noch nicht auch nicht bei der von Flathan selbst prophezeiten Trefferquote von 98 Prozent. Immerhin ist nicht auf jedes „Medium“ Verlass. Und wer ein seriöses vorzieht, dem sei deshalb auch 2010 als verlässliche Alternative empfohlen: die RZ lesen.

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